Zum Inhalt (Access key c)Zur Hauptnavigation (Access key h)Zur Unternavigation (Access key u)
Schriftvergrößerung
AAA

Simultankirche: Nur noch kleine Restarbeiten

14.12.2016

Die Sanierungsmaßnahme an dem Turm der Pfeddersheimer Simultankirche befindet sich in den letzten Zügen - bald ist er wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Von links: Architekt Jürgen Hamm, Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek, Dr. Irene Spille, Hannah Lunemann und Dr. Alexandra Fink begutachten die neue Farbgebung des Turms.  
Von links: Architekt Jürgen Hamm, Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek, Dr. Irene Spille, Hannah Lunemann und Dr. Alexandra Fink begutachten die neue Farbgebung des Turms.

Denkmalpflegerische Aspekte spielen bedeutende Rolle

Er sieht aus wie neu – und doch ist er in seiner Optik wieder näher an seine ursprüngliche Gestaltung herangerückt: der Turm der Pfeddersheimer Simultankirche. Neben den baulichen Maßnahmen spielten bei der seit zwei Jahren laufenden Sanierung auch denkmalpflegerische Aspekte eine bedeutende Rolle. „Wir wollten so viel wie möglich erhalten, aber auch nicht zwanghaft zum Ursprung zurückkehren“, erläuterte Dr. Alexandra Fink von der Direktion Landesdenkmalpflege bei einer denkmalpflegerischen Ortsbegehung.

Spannend ist schon die Entstehungsgeschichte des Turms. Er wurde in drei Bauphasen, in drei historischen Epochen errichtet. Der untere Teil stammt aus dem Mittelalter, das Mittelstück aus dem Barock und das Glockengeschoss wurde abschließend im 19. Jahrhundert ergänzt. „Somit liegen natürlich auch verschiedene Bauweisen vor“, beschreibt Architekt Jürgen Hamm einen wichtigen Aspekt der Sanierungsarbeiten.

 

Sanierungsarbeiten laufen seit 2015

Und gerade die denkmalpflegerischen Maßgaben sind zeitintensiv. „Alleine über die Farbgebung der  Fassade gab es lange Gespräche und mehrere Bemusterungen, bevor wir zu einer Entscheidung gelangten“, erklärte Dr. Irene Spille von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Weiß sei zu drastisch, zu grell geworden, deshalb habe man sich für Kalk mit roten Sanden entschieden – ein Farbton, der typisch sei für Worms, weiß Dr. Alexandra Fink. An zahlreichen historischen Gebäuden fänden sich Spuren roten Sandes. Im dritten Turmgeschoss der Ostseite konnten großflächige Teile des alten Putzes erhalten werden. Die Fassade wurde hier lediglich mit einer dünnen Schicht Schlämme bestrichen, um den verbliebenen Putz zu fixieren. An allen anderen Stellen wurde Putz aufgetragen – aber eben auch mit einem rötlichen Stich.

Bereits im vergangenen Jahr hatte eine Fachfirma die Balustrade am Turmhelm in Schuss gebracht und teilweise alte, marode Stücke durch neue ersetzt. Auch Teile des Dachstuhls und die Schiefereindeckung des Dachs wurden 2015 teilerneuert – in einer Höhe von bis zu 47 Metern. Unter der Balustrade prangt nun wieder eine weitere Besonderheit: eine erhaltene Sonnenuhr, die, frisch angestrichen, wieder aussieht wie neu.

80 Prozent der Kosten vom Land gefördert

„Somit stehen nur noch kleinere Restarbeiten aus, etwa am Sockel, die wir erst dann ausführen können, wenn das Gerüst abgebaut ist“, berichtet Hannah Lunemann vom Architekturbüro Jürgen Hamm.

„Die Farbgebung war nun die letzte große Maßnahme, denn der Turm ist in ganz Pfeddersheim zu sehen. Die Denkmalpflege hat hier sehr gute Arbeit geleistet“, attestiert der zuständige Dezernent Hans-Joachim Kosubek.

Nach der offiziellen Eröffnung des Turms wird dieser auch wieder zugänglich sein, auch in den oberen Geschossen. Die Treppen und Zwischendecken wurden ausgebessert und können wieder betreten werden. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auch eine knappe Million, 80 Prozent werden vom Land gefördert.