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Erweiterung des Windparks Worms

24.08.2011 - Seit der radioaktiven Katastrophe im Atommeiler Fukushima in Japan und der Verzichtserklärung der Bundesregierung auf künftigen Atomstrom, sind die erneuerbaren Energien wieder verstärkt in den Fokus der Energiepolitik und des öffentlichen Interesses gerückt.


Oberbürgermeister Kissel informiert über den geplanten Windpark
Oberbürgermeister Kissel informiert über den geplanten Windpark
Oberbürgermeister Kissel informiert über den geplanten Windpark
Oberbürgermeister Kissel informiert über den geplanten Windpark
Fläche des möglichen Windparks
Fläche des möglichen Windparks

aktuell 8 weitere Windkrafträder geplant

Dazu zählen auch die Windkraftanlagen, die als Stromlieferant vermehrt zum Einsatz kommen sollen und denen jetzt noch weitaus höhere Bedeutung beigemessen wird als noch vor einem Jahr.

Die Planungsgemeinschaft Rheinhessen-Nahe hat im Zusammenhang mit der Neuaufstellung des Regionalplanes (Teilplan Wind) insgesamt 45 Standorte zur Entwicklung von Windparks in der Region Rheinhessen-Nahe vorgeschlagen.

Auch am Standort Worms/Mörstadt können so, neben den bereits bestehenden 7 Anlagen, weitere und größere Windkraftanlagen errichtet werden. Die geplanten Erweiterungen erstrecken sich beiderseits der A 61 auf die Gemarkungen Abenheim, Herrnsheim und Pfeddersheim. Die Intension der Planungsgemeinschaft Rheinhessen-Nahe deckt sich auch mit den Absichten der Stadt Worms, wonach entsprechend den Vorgaben des Landesentwicklungsprogramms Rheinland-Pfalz (LEP IV) sowie der Stadtratsbeschlüsse zum Klimabündnis und zur Förderung regenerativer Energien in Worms die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Genehmigung weiterer Windenergienanlagen geschaffen werden sollen.

Auf der Grundlage dieser veränderten Ziele der Raumordnung und neuer technischer Entwicklungen soll der Flächennutzungsplan der Stadt Worms geändert werden. Gleichzeitig soll der Bebauungsplan HE 25, mit dem bisher die Errichtung weiterer Windenergieanlagen abschließend geregelt wurde, aufgehoben werden. Damit wären die planerischen Voraussetzungen für die Erweiterung des Windparks Worms und der verbesserten Abdeckung des Strombedarfs durch erneuerbare Energien gegeben.

Zwei Tage vor der Beschlussfassung im Wormser Stadtrat unterrichtete Oberbürgermeister Michael Kissel rund 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger am 22.08.2011 im Saalbau in Worms-Leiselheim in einer Bürgerinformationsveranstaltung über die Planungen und das Vorhaben der Firma juwi aus Wörrstadt im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Worms.

Bereits im Mai 2011 stellte die Firma juwi Wind GmbH aus Wörrstadt einen Antrag bei der Stadt Worms zur Errichtung von 8 neuen Windenergieanlagen beidseits der A 61, davon vier in der Gemarkung Abenheim, eine in der Gemarkung Herrnsheim und drei in der Gemarkung Pfeddersheim. Die Firma juwi Wind GmbH hat zudem beantragt, nach dem Beginn der Verfahren mit vorbereitenden Baumaßnahmen beginnen zu dürfen.

Worms habe sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis zum Jahre 2030 den Strombedarf gänzlich aus regenerativen bzw. erneuerbaren Energien zu decken, formulierte Michael Kissel den politischen Mehrheitswillen. Die Vorräte an fossilen Brennstoffen wie Öl und Kohle seien nicht unendlich vorhanden und absehbar erschöpft. Umso mehr gelte es, auf regenerative und saubere Energieträger umzustellen.

Das Bewusstsein müsse sich aber auch dahingehend ändern, Energie einzusparen, sieht Kissel noch effiziente Einsparpotentiale im Energiekreislauf.

In einem anschließenden Vortrag erläuterte Stadtplaner Guido Frohnhäuser anhand einer Präsentation die raumordnerischen und stadtplanerischen Kriterien für die Errichtung von Windkrafträdern. Maßgebend seien z.B. der Abstand zu geschlossenen Siedlungen und zur Autobahn, der Abstand zu vorhandenen Windkrafträdern, die Lärmentwicklung und Belange des Umwelt- und Naturschutzes. Der aktuell vorliegende Antrag der Firma juwi ist auf die geplanten Änderungen des Regionalplanes, des Flächennutzungsplanes und die geplante Aufhebung des Bebauungsplanes HE 25 abgestimmt.

Jan Kronenwerth, Regionalleiter Süd der juwi Wind GmbH, stellte in seinem Vortrag das Unternehmen vor, das weltweit 1.200 Mitarbeiter beschäftigt, und seinen Firmensitz in Wörrstadt mit 800 Beschäftigten hat. Seitens juwi strebe man eine enge Kooperation mit Unternehmen der Region an, im Falle des Windparks Worms mit der neuen EWR Erneuerbare Energien GmbH.

Mit den privaten Grundstückeigentümern habe man bereits Gespräche geführt. Für die Nutzung der Gelände zahle man den Eigentümern eine Pacht. Das Unternehmen steht somit in den Startlöchern für den Bau der 8 neuen Windkraftanlagen. Am Mittwoch den 24. August 2011 hat der Stadtrat das Wort und wird darüber entscheiden, ob diese geplanten Windkraftanlagen auf dem Plangebiet errichtet werden können und somit auch das Vorhaben von juwi realisiert werden kann.

Neben dem Unternehmen juwi ist auch noch ein weiteres Unternehmen unterwegs, um Gespräche mit Grundstückseigentümern zu führen. „Außer dem Antrag der Firma juwi liegen uns bislang aber noch keine weiteren Anträge vor“, informierte OB Michael Kissel. Bevor mit dem Bau neuer Windkraftanlagen begonnen werde, hätten die Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der Bürgerbeteiligung durch Offenlage der Pläne noch Zeit und Gelegenheit, Bedenken oder Einsprüche zu formulieren, so Michael Kissel.