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11. Jüdische Kulturtage Worms 2015

vom 4. September bis 11. Oktober 2015

 
 
 

Grußwort

Im elften Jahr der Jüdischen Kulturtage Worms ist auch der UNESCO-Welterbeantrag der SchUM-Städte auf einem guten Weg. Der Antrag, den die drei Städte gemeinsam mit den Jüdischen Gemeinden und dem Land Rheinland-Pfalz vorantreiben, wurde von der Kulturministerkonferenz auf Platz 5 der Nominierungsliste gesetzt. Damit wird über den Antrag im Jahr 2021 entschieden werden.

Alle Beteiligten haben einen Verein mit Sitz in Worms gegründet, der gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur sowie der Generaldirektion Kulturelles Erbe den Antrag weiterentwickelt. In diesem Zusammenhang ist auch die Ausstellung »Ganz rein. Jüdische Ritualbäder« zu sehen, die in den drei Städten Speyer, Worms und Mainz gezeigt und gemeinsam beworben wird.

Ich bedanke mich bei der Jüdischen Gemeinde Mainz/Worms, dem Verein Warmaisa und der Kulturkoordination für die neuerliche Zusammenarbeit bei der Programmgestaltung und wünsche alle Besucher/innen der Veranstaltungen anregende Momente, die einen vertieften Einblick in die besondere deutsch-jüdische Geschichte am Rhein und deren weltweite Auswirkungen ermöglichen.

Michael Kissel
Oberbürgermeister der Stadt Worms

 

Programm "Jüdische Kulturtage Worms 2015":

Synagoge - Mikwe Worms (Foto Peter Seidel) 
Synagoge - Mikwe Worms (Foto Peter Seidel)

Freitag, 4. September – Sonntag, 11. Oktober 2015

Raschi-Synagoge, Hintere Judengasse 4, Worms

Ganz rein. Jüdische Ritualbäder – Fotografien von Peter Seidel.

Ausstellung. Öffnungszeiten: Mo–So 10–12.30 und 13.30–17 Uhr, Eintritt frei. Eröffnung am 3. September um 19 Uhr mit Grußworten von Stella Schindler-Siegreich (Jüdische Gemeinde) und Oberbürgermeister Michael Kissel sowie Kurzvorträgen von Peter Seidel und Dr. Joachim Glatz (GDKE)

In aufwendigen Architekturstudien zeigt der Frankfurter Fotograf Peter Seidel beispielhaft die Vielfalt der Bauformen jüdischer Ritualbäder in Europa. Er nimmt uns mit auf eine Reise von der Antike bis in die Gegenwart. Für die jüdische Religion haben die Mikwe genannten Bäder die gleiche Bedeutung wie Synagogen, Grundwasser ist der Ursprung dieser intimen Orte, daher finden wir sie eher im Verborgenen. Zu sehen ist auch die Mikwe in Worms. Die Fotoausstellung wird ergänzt durch Informationstafeln der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz zu den Mikwen in den SchUM-Städten. Eine Ausstellung der Jüdischen Museen Hohenems, Franken, Frankfurt am Main und Wien.

 
 
 
 
Giora Feidman 
Giora Feidman

Dienstag, 8. September 2015

20 Uhr, Dreifaltigkeitskirche, Marktplatz 12, Worms

Klezmer in Klein-Jerusalem am Rhein – ein Musikfest unter künstlerischer Leitung von Giora Feidman

Veranstalter: Musikhochschule Mainz in Zusammenarbeit mit Klezmers Techter. Schirmherrin: Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Förderer: Anni-Eisler-Lehmann-Stiftung Mainz, LBS Rheinland-Pfalz. Eintritt frei, Spenden sind erwünscht.

Wie in den Vorjahren findet an der Mainzer Hochschule für Musik auch 2015 wieder eine Masterclass Klezmer mit Giora Feidman statt. Zu den Dozenten gehören neben dem weltberühmten Klarinettisten Enrique Ugarte (Akkordeon), Guido Jäger (Kontrabass), die Gruppe Klezmers Techter mit Gabriele Kaufmann, Almut Schwab und Nina Hacker sowie das Duo Jerusalem mit Hila Ofek und André Tsirlin. Die Dozenten und Studenten treffen sich zu Abschlusskonzerten in Mainz, Worms und Speyer.

 
 
 
 

Donnerstag, 10. September 2015

19 Uhr, Wormser Kultur- und Tagungszentrum, Tiberiasplatz (Rathenaustraße), Worms

Präsentation eines Kalenders mit Motiven des Alten Jüdischen Friedhofs Worms

Der Altertumsverein stellt der Öffentlichkeit unmittelbar vor dem jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana einen Kalender mit Motiven des Alten Jüdischen Friedhofs vor. Er enthält Fotos von Claus Reisinger und Ferdinand Werner, die jeweilige Übersetzung und Interpretation der Abbildungen jeweils auf der Rückseite, für die die Judaisten Prof. Dr. Michael Brocke und Dr. Annette Sommer vom Salomon-Ludwig-Steinheim-Institut an der Universität Duisburg-Essen verantwortlich zeichnen. Eine Besonderheit besteht darin, dass der Kalender auch dem jüdischen Kalender folgt, alle jüdischen und christlichen Feste anzeigt und von September 2015 bis Dezember 2016 reicht. 

Es schließt sich der Vortrag »›In dieser geheiligten Erde …‹ – Neue Erfahrungen und Entschlüsselungen auf dem Wormser ›Heiligen Sand‹« von Prof. Dr. Michael Brocke an. Prof. Brocke und sein Team im Salomon-Ludwig-Steinheim-Institut konnten im vergangenen Jahr weitere beachtliche Fortschritte in der Erschließung und im Verständnis der so einzigartigen wie komplexen Stätte erzielen, die nun visuell fassbar vorgestellt werden können. Auch die Bezüge zu Mainz und Speyer, die im Hinblick auf den gemeinsamen Welterbeantrag besonders wichtig sind, sowie zu Erfurt oder Regensburg lassen sich nun leichter verstehen.

 
 
 
 

Donnerstag, 17. September 2015

19 Uhr, Raschi Haus*, Hintere Judengasse 6, Worms

»Und ihr werdet rein sein« – Reines Wasser und Reinheit durch die Mikwe.

Vortrag von Rabbiner Aharon Ran Vernikovsky (Jüdische Gemeinde Mainz) über Bedeutung und Vorschriften des rituellen Tauchbades im Judentum. Eintritt frei.

*Änderung: Die Veranstaltung findet nicht wie im Programmheft angekündigt in der Synagoge, sondern im Raschi-Haus statt.

 
 
 
 
Synagoge Hemsbach (Urheber: Rudolf Stricker / Wikimedia Commons) 
Synagoge Hemsbach (Urheber: Rudolf Stricker / Wikimedia Commons)

Samstag, 19. September 2015

8.30 Uhr, Parkplatz vor der EWRArena, Alzeyer Straße 121, Worms

Judentum im Odenwald. Exkursion.

Leitung: Pfr. i. R. Karlheinz Storch, Prof. Dr. Werner Zager. Gebühr: 20 €, inkl. Eintritten und Führungen. Informationen und Anmeldung: Evang. Erwachsenenbildung Worms-Wonnegau, Römerstraße 76, 67547 Worms, Telefon 06241 87970.

Die erste Station wird die 1845 erbaute Synagoge von Hemsbach sein, die neben dem Gebetsraum mit umlaufender Frauenempore das Schulzimmer und eine Lehrerwohnung beherbergt. Im ehemaligen Badhaus, der Mikwe, befinden sich Gedenktafeln für die in der NS-Zeit Ermordeten und Erinnerungen an die ehemalige jüdische Gemeinde in Hemsbach. 

Anschließend steht die Besichtigung des Martin-Buber-Hauses in Heppenheim auf dem Programm. Hier wohnte der bedeutende jüdische Philosoph und Pädagoge zusammen mit seiner Familie von 1916 bis 1938. Eine spätbarocke Landsynagoge von 1779 gibt es in Bensheim-Auerbach zu sehen. In der Auerbacher Bachgasse befand sich das ehemalige Judenviertel. 

Nach dem Mittagessen wird in Michelstadt auf dem jüdischen Friedhof das Grab von Seckel Löb Wormser (1771–1847) aufgesucht, der von seinen Anhängern auch Baal-Schem (»Wundermann«) genannt wurde. Den Abschluss der Exkursion bildet ein Orgelkonzert von Kantor Christian Schmitt mit jüdischen Kompositionen in der evangelischen Stadtkirche von Michelstadt.

 
 
 
 
Voices of Ashkenaz (Urheber: Adam Berry) 
Voices of Ashkenaz (Urheber: Adam Berry)

Samstag, 26. September 2015

20 Uhr, LincolnTheater, Obermarkt 8, Worms

Voices of Ashkenaz mit Michael Alpert. 

Jiddische und deutsche Volkslieder einer gemeinsamen Tradition.

Eintritt: 16 €. Vorverkauf: Graser (Telefon 06241 / 27508) und Bentrup (Telefon 06241 / 43009)

Michael Alpert, US-amerikanischer Sänger und Multiinstrumentalist, ist der Star der internationalen Klezmer- und Jiddisch-Szene. Als Sänger einer der ersten Klezmer-Bands überhaupt, »Kapelye«, erlangte er ersten Ruhm, mit der amerikanischen Klezmer-Supergroup »Brave Old World« wurde er weltbekannt und in diesem Jahr wurde ihm in Washington das »National Endowment for the Arts Fellowship« zuerkannt, die in den USA höchste Auszeichnung für traditionelle Musikkultur. Sein berührender Gesang – Vorbild für ganze Generationen von Sängern in der ganzen Welt – zeichnet sich durch Vertrautheit mit der Tradition und gleichzeitiger Offenheit hin zu vielen anderen Musikrichtungen aus. 

Mit den »Voices of Ashkenaz« begibt er sich nun auf eine neue, spannende Reise. Gemeinsam mit seiner New Yorker Kollegin Deborah Strauss sowie Thomas Fritze und Andreas Schmitges (bekannt durch »A Tickle in the Heart«) widmet er sich den überraschenden Verwandtschaften und Parallelen deutscher und jiddischer Volkslieder. Das Konzertprogramm ist eine kreative Annäherung an diese Verwandtschaften, ein Spiel mit Melodien und Texten. Extrem spannend und nie gehört kommt hier zusammen, was einmal im Aschkenas (hebr. Deutschland) der frühen Neuzeit zusammengehörte – und gerade durch die unterschiedliche Entwicklung in verschiedenen Kulturen, Zeiträumen und Orten fasziniert. 

Es singen und spielen: Michael Alpert USA; Gesang, Violine, Rahmentrommel, Thomas Fritze (D; Kontrabass, Gitarre, Gesang), Andreas Schmitges (D; Gitarre, Mandoline, Gesang), Deborah Strauss (USA, Violine, Gesang).

 
 
 
 
Der Vortrag am 30. September wurde krankheitsbedingt abgesagt. Wir bitten um Verständnis.
Der Vortrag am 30. September wurde krankheitsbedingt abgesagt. Wir bitten um Verständnis.

Mittwoch, 30. September 2015 // ENTFÄLLT 

19 Uhr, Raschi-Haus, Hintere Judengasse 6, Worms

Vielstimmige Wahrheit und dialogisches Denken in der jüdischen Religionsphilosophie des 20. Jahrhunderts.

Vortrag von Prof. Christian Wiese anlässlich des 50. Todestages von Martin Buber

Die Frage, wie monotheistische Religionen konstruktiv mit der Vielstimmigkeit religiöser Wahrheitsansprüche umgehen können, beschäftigt jüdisches Denken seit der Aufklärung und ist auch für die Gegenwart pluralistischer Gesellschaften von besonderer Bedeutung. Ausgehend vom Dialogdenken Martin Bubers, der sich – neben Leo Baeck und Franz Rosenzweig – vor der Shoah am intensivsten mit der Frage des religiösen Dialogs zwischen Judentum und Christentum befasst hat, spürt der Vortrag anderen Entwürfen religionsphilosophischer Reflexion über religiöse Vielfalt und Differenz im 20. Jahrhundert nach. Im Vordergrund stehen dabei neben Buber amerikanisch-jüdische Denker wie Abraham J. Heschel oder Irving Greenberg, die sich profiliert zum religiösen Pluralismus geäußert haben. 

Christian Wiese ist seit 2010 Inhaber der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seine Forschungsgebiete liegen im Bereich der modernen jüdischen Geistes- und Kulturgeschichte und der jüdisch-christlichen Beziehungen.

 
 
 
 
Burkard Sondermeier und Ulrich Raue 
Burkard Sondermeier und Ulrich Raue

Sonntag, 4. Oktober 2015

17 Uhr, Blauer Saal in Schloss Herrnsheim, Herrnsheimer Hauptstraße 1, Worms

Erich Mühsam – ein Reigen. Mit Burkard Sondermeier (Rezitation, Gesang, Konzeption) und Ulrich Raue (Klavier).

Eintritt: 14 €. Vorverkauf: Graser (Telefon 06241 27508) und Bentrup (Telefon 06241 43009)

Das literarisch-musikalische Programm widmet sich dem Schriftsteller und Anarchisten Erich Mühsam mit Gedichten, Erzählungen, Couplets, Chansons und Klaviermusik. Es werden ein Text von Joachim Ringelnatz sowie Texte und Gedichte von Erich Mühsam präsentiert. Dazu erklingen Lieder von Kurt Tucholsky/Friedrich Hollaender wie »Fang nie was mit Verwandtschaft an«. In einer ›klassischen Note‹ wird dieses Programm mit klassischen Werke von Beethoven, Schubert und Granados ergänzt. Außerdem erscheinen Vertonungen (u. a. »Krüppellied« nach einem Text von Erich Mühsam) und Bearbeitungen (u. a. »Aufforderung zum Tanz« von C. M. von Weber) von Burkard Sondermeier.

 
 
 
 

Ausblick

30. Januar 2016, Synagoge

Konzert in der Reihe »Musik in der Synagoge«

Veranstalter: Villa Musica Rheinland-Pfalz

 
 
 
 

Veranstalter

Die 11. Jüdischen Kulturtage werden von der Stadt Worms in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Mainz / Worms und dem Verein Warmaisa e. V. veranstaltet. Ins Programm aufgenommen wurden auch Veranstaltungen der Musikhochschule Mainz, des Altertumsvereins Worms und der Evangelischen Erwachsenenbildung.

Informationen erteilt die Kulturkoordination der Stadt Worms
Kulturkoordinator Volker Gallé
Marktplatz 2
67547 Worms