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10. Jüdische Kulturtage Worms 2014

Jubiläumsprogramm &

980 Jahre Synagoge Worms

vom 9. September bis 9. November 2014

 
 
 
Klezmers Techter und Giora Feidman 
Klezmers Techter und Giora Feidman

Dienstag, 9. September

20 Uhr, Dreifaltigkeitskirche, Marktplatz 12, Worms

Abschlusskonzert der Masterclass Klezmer unter künstlerischer Leitung von Giora Feidman

  • Veranstalter: Musikhochschule Mainz, Klezmers Techter und Kultursommer Rheinland-Pfalz
  • Förderer: Anni-Eisler-Lehmann-Stiftung Mainz, LBS Rheinland-Pfalz, Dreifaltigkeitsgemeinde Worms, Stadt Worms sowie die Städte Mainz und Speyer
  • Eintritt frei, Spenden sind erwünscht

Von seinem Meisterkurs im August 2013 war Klezmer-Legende Giora Feidman so begeistert, dass er die Teilnehmenden zu einem Seminar und mehreren Konzerten nach Israel einlud und für einen weiteren Meisterkurs zusagte, der im September 2014 an der Musikhochschule Mainz stattfindet. 

Neben den Masterclass-Einheiten bei Giora Feidman und Enrique Ugarte liegt der Schwerpunkt auf Ensemblearbeit in verschiedenen Besetzungen, die von Klezmers Techter betreut werden.

Wie im letzten Jahr findet eines der drei Abschlusskonzerte in der SchUM-Stadt Worms statt.

 
 
 
 
Kantor Raphael Cohen (Foto: Alain Azria) 
Kantor Raphael Cohen (Foto: Alain Azria)

Freitag, 12. September 2014

17 Uhr, Raschi-Synagoge, Hintere Judengasse 4, Worms

Synagogale Gesänge aus den SchUM-Gemeinden mit Kantor Raphael Cohen (Paris)

Die erste Synagoge in Worms wurde 1034 von Jakob ben David und seiner Frau Rahel gestiftet, was die neben dem Eingang eingemauerte Inschrift (Titelbild) dokumentiert. Nach Zerstörungen wurde die Synagoge auf den alten Fundamenten wieder aufgebaut.

Seit 980 Jahren wird hier gebetet und Gottesdienst gehalten. Große jüdische Gelehrte wie Raschi haben an diesem Ort studiert und gewirkt. Aus Anlass des Jahrestages lädt die Jüdische Gemeinde zu einem Konzert mit dem Pariser Kantor Raphael Cohen ein, in dem Piyutim (synagogale Gesänge) aus den SchUM-Gemeinden zu hören sind. Anschließend leitet Kantor Cohen den Kabbalat-Schabbat-Gottesdienst mit einem anschließenden Kiddusch (Segen auf Wein und Brot). 

Kantor Cohen erhielt seine Ausbildung am Pariser Institut für Gesang bei dem gefeierten Opernsänger Schuyler Hamilton. Konzertreisen führten den Tenor, der bereits zwei CDs eingespielt hat, durch Europa, nach Israel und in die USA. 2007 gründete er den Chœur Juif de France (Jüdischer Chor Frankreich).

 
 
 
 
Ausstellung "Im Schatten der Feigenbäume und Weinreben" 
Ausstellung "Im Schatten der Feigenbäume und Weinreben"

Montag, 15. September

17 Uhr, Rathaus der Stadt Worms, Marktplatz 2

Eröffnung der Ausstellung "Im Schatten der Feigenbäume und Weinreben – 500 Jahre sephardisches Judentum am Bosporus" 

mit Musik von Alon Wallach (Gitarre) und Ines Amanovic (Gesang)

  • Die Ausstellung ist bis 5. Oktober zu sehen
  • Öffnungszeiten: Mo–Do 8–18 Uhr, Fr 8–17.30 Uhr
  • Kooperationspartner: Forum für Interkulturellen Dialog RLP e. V. in Mainz

Die Fotoausstellung erzählt die Geschichte der sephardischen Juden am Bosporus seit ihrer Vertreibung aus Spanien 1492 bis heute. Sie zeigt, wie Juden und Muslime friedlich zusammenleben und voneinander profitieren, wie aus Vertreibung Heimat wird und wie sehr das beherzte Eingreifen weniger die Geschichte verändern kann.

Im Original befindet sich die Ausstellung als Dauerausstellung in Istanbul im Quincentennial Foundation Museum of Turkish Jews: www.muze500.com.

 
 
 
 
Tilo Keiner (Foto: Verena Skocek) 
Tilo Keiner (Foto: Verena Skocek)
BlueBird 
BlueBird

Sonntag, 21. September

19 Uhr, LincolnTheater, Obermarkt 10, Worms

Lieder und Texte von Leonard Cohen an seinem 80. Geburtstag

mit Tilo Keiner (Lesung) und BlueBird

Am 21. September 1934 wurde der kanadische Singer-Songwriter, Dichter und Schriftsteller Leonard Cohen in Montreal geboren. Aus Anlass seines 80. Geburtstages laden die Jüdischen Kulturtage Worms zu einer Konzertlesung ein. 

Tilo Keiner, seit 2006 Ensemblemitglied der Nibelungen-Festspiele, liest Texte von Cohen, u. a. Auszüge aus dem Roman "Das Lieblingsspiel", aus seiner Biografie "I’m your man", aus der Dankesrede 2011 sowie Songtexte. 

Cohens bekannteste Songs werden von der Gruppe BlueBird (Ully Mathias / Gesang, Michael Halfmann / Tenorsaxofon, Michael Herrmann-Langhans / Gitarre) in eigenen Arrangements interpretiert.

 
 
 
 
Ensemble Simkhat hanefesh 
Ensemble Simkhat hanefesh

Sonntag, 5. Oktober

18 Uhr, Raschi-Synagoge, Hintere Judengasse 4, Worms

Jiddische Lieder aus Renaissance und Barock

Ensemble Simkhat hanefesh

  • Karten: 12 € im Vorverkauf 
  • erhältlich an der Kasse des Jüdischen Museums oder bei Mattes: (0 62 41) 5 37 45, Graser: (0 62 41) 2 75 08 oder Bentrup: (0 62 41) 4 30 09

Das Ensemble, dessen Name "Freude der Seele" bedeutet, wurde im Jahr 2008 gegründet und war bereits im Oktober letzten Jahres im Rahmen der Tagung zu den Überlieferungen der SchUM-Gemeinden im "Wormser" zu hören. Es widmet sich der jüdischen Musik der Renaissance und des Barock mit dem besonderen Schwerpunkt "Jüdisches Lied von 1500 bis 1800". 

Die Musiker beschäftigen sich vornehmlich mit alter Musik. Im Vordergrund steht die historisch informierte Aufführungspraxis, verbunden mit aktiver Forschungsarbeit zum altjiddischen Lied. Seit seiner Gründung brachte das Ensemble bereits dutzende wiederentdeckte Lieder zu Gehör, deren Melodien es selbst arrangiert. 

Es musizieren James Hewitt (Barockvioline), Diana Matut (Gesang, Flöten, Nyckelharpa), Nora Thiele (Perkussion, Glocken, Colascione), Erik Warkenthin (Laute, Theorbe, Barockgitarre) und Dietrich Haböck (Viola da Gamba).

 
 
 
 
Klezmer Chidesch 
Klezmer Chidesch

Sonntag, 12. Oktober

18 Uhr, LincolnTheater, Obermarkt 10, Worms

Klezmer Chidesch

  • Karten: 12 € im Vorverkauf 
  • erhältlich an der Kasse des Jüdischen Museums oder bei Mattes: (0 62 41) 5 37 45, Graser: (0 62 41) 2 75 08 oder Bentrup: (0 62 41) 4 30 09

Klezmer Chidesch ("Klezmer-Wunder") bringt mit rasantem Spieltempo die heiterste und herzergreifendste Stimmung in jeden Musiksaal. 

Jossif Gofenberg (Leiter der Gruppe, Akkordeon, Gesang) ist Koordinator des Klezmerzentrums der Musikschule Berlin-Mitte, Dozent an der JVHS Berlin und der "Akademie am Meer" Sylt, Preisträger des Klezmer-Festivals in Israel 1992 und Integrationspreisträger 2013 der BA Mitte Berlin sowie Gründer und Chorleiter von "Gofenberg & Chor". 

Igor Sverdlov (Klarinette, Arrangements) ist Lehrer für Klarinette und Mitglied des Orchesters der Volkswagen AG. Pan Marek (Zimbel, Schlagzeug) beherrscht sein Instrument, die Zimbel, virtuos wie kein anderer. 

Eugen Miller (Kontrabass) studierte Jazzmusik. Er ist Preisträger des Jazz-Festivals 1996 in Atlanta (USA). 

Das Ensemble mischt klassische Elemente mit fetzigen Jazzrhythmen und lässt auch Improvisationen aus chassidischen Melodien und jüdischen Volksliedern in ihre Musik einfließen.

 
 
 
 
Feldhilfsrabbiner Siegfried Alexander, 1917 
Feldhilfsrabbiner Siegfried Alexander, 1917

Dienstag, 14. Oktober

19 Uhr, Raschi-Synagoge, Hintere Judengasse 4, Worms

Eröffnung der Ausstellung "Feldrabbiner in den deutschen Streitkräften des Ersten Weltkrieges"

mit einem Vortrag von Sabine Hank (Centrum Judaicum Berlin)

  • Die Ausstellung ist bis zum 16. November zu sehen 
  • geöffnet täglich, Oktober: 10–12.30, 13.30–17 Uhr, November: 10–12 und 14–16 Uhr
  • Eintritt frei

Im Ersten Weltkrieg gab es neben der evangelischen und katholischen erstmals auch eine institutionalisierte jüdische Feldseelsorge. Deutschlands Juden verbanden damit auch die Hoffnung auf mehr gesellschaftliche Anerkennung. Der Blick auf die Entwicklungen nach dem Krieg zeigt jedoch, dass die jüdische Militärseelsorge nur eine Episode war. 

Die kleine Ausstellung informiert zunächst über die allgemeine Entwicklung der Militärseelsorge, um sich dann – beispielhaft an den Lebenswegen von vier Feldrabbinern dargestellt – der jüdischen Militärseelsorge zuzuwenden. Die Texte werden durch weitgehend unbekannte Bilder und Dokumente ergänzt. 

Die Ausstellung der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum in Verbindung mit der Leo Baeck Foundation und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. ist bis zum 16. November zu sehen.

 
 
 
 
Innenraum der evangelischen Dreifaltigkeitskirche vor der Zerstörung 1945 
Innenraum der evangelischen Dreifaltigkeitskirche vor der Zerstörung 1945

Mittwoch, 29. Oktober

19 Uhr, Raschi-Haus, Hintere Judengasse 6, Worms

Die Ausgrenzung der Juden und die evangelische Kirche am Beispiel der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau

Vortrag Dr. Ulrich Oelschläger

  • Eintritt frei

Mit einem Hilferuf wandte sich Leo Baeck in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Reichsvertretung der deutschen Juden am 30. März 1933 an die beiden großen Kirchen. Die ersten Boykottmaßnahmen gegen die Juden standen unmittelbar bevor. Doch bis auf das Engagement einiger weniger sah es mit dem Einsatz der Kirchen für die Juden und die Christen jüdischer Herkunft, auch in der Evangelischen Kirche in Hessen-Nassau, beschämend aus. 

Die neunbändige Dokumentation über den sogenannten "Kirchenkampf" innerhalb der Landeskirche Hessen-Nassau gibt einigen Aufschluss über die Behandlung von "Nichtariern" in der Vorgängerkirche der heutigen EKHN. Der Vortrag fußt auf dem 2014 erschienenen jüngsten Band zu diesem Thema.

 
 
 
 
Gil Sharon
Gil Sharon
Elena Gurewitz (Foto: Franz-Josef Seidl) 
Elena Gurewitz (Foto: Franz-Josef Seidl)

Sonntag, 9. November

20 Uhr, Raschi-Synagoge, Hintere Judengasse 4, Worms

Violins of Hope

  • Veranstalter: Villa Musica
  • Karten: 16 € an der Abendkasse (8 € Schüler, Studenten und Schwerbehinderte)
  • Anmeldung bei Sabine Neubecker, (0 62 41) 8 53 - 10 53, sabine.neubecker@worms.de
  • Vorverkauf auch über Villa Musica, (0 61 31) 9 25 18 00 oder unter www.villamusica.de

Die Landesstiftung Villa Musica gastiert zum zweiten Mal mit jüdischer Musik in der Raschi-Synagoge Worms. Der israelische Geigenbauer Amnon Weinstein hat Violinen, die einstmals Holocaust opfern gehörten, gefunden, restauriert und wieder spielbar gemacht. 

Gespielt werden sie in Worms von dem israelischen Geiger Gil Sharon und seiner Kollegin Elena Gurewitz. Zusammen mit Stipendiaten der Villa Musica führen sie Musik von Felix Mendelssohn auf  das berühmte Oktett für acht Streicher sowie das Adagio aus dem Streichquartett B-Dur, ein besonders bewegendes jüdisches Gebet. 

Nach der Pause ist zeitgenössische Musik aus Israel zu hören.

 
 
 
 

Veranstalter

Die 10. Jüdischen Kulturtage Worms 2014 wurden von der Stadt Worms in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Mainz / Worms und Warmaisa e. V. im Rahmen des Europatages der Jüdischen Kultur (5.9.) veranstaltet.

Informationen erteilt die Kulturkoordination der Stadt Worms
Kulturkoordinator Volker Gallé
Marktplatz 2
67547 Worms