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8. Jüdische Kulturtage Worms 2012

30. August bis 28. September 2012

Jedes Jahr im September laden Warmaisa e. V., die Jüdische Gemeinde Mainz-Worms und die Stadt Worms zu den Jüdischen Kulturtagen in Worms ein - einer Veranstaltung im Rahmen des Europatages der Jüdischen Kultur (5. September).

 
 
 

Programm 2012:

Jüdische Kulturtage 2012 
Jüdische Kulturtage 2012
Die jüdische Synagoge Worms 
Die jüdische Synagoge Worms

Jüdische Kultur erleben

Die 8. Jüdischen Kulturtage in Worms wurden am 30. August 2012 um 19 Uhr mit einer Ausstellung in der Synagoge eröffnet. Gezeigt wurde das Kunstprojekt des niederländischen Künstlers Johan Breuker zum Heiligen Sand, dem ältesten erhaltenen jüdischen Friedhof Europas.

Am 6. September um 20 Uhr zeigte die „Kinowelt Worms“ den Film „Kaddisch für einen Freund“ von Leo Kashin.

Am 9. September war wieder eine Führung auf dem jüdischen Friedhof geplant sowie ein Liederabend mit Georg Siegel aus Wien unter dem Titel „Kramer und Cohen“ im LincolnTheater.

Am 13. September um 20 Uhr lasen Autoren des Berliner Verlagshauses Frank in der „Spinnstube“ der Volkshochschule (Textilwerkstatt im Haus zur Münze) Texte aus dem Buch „Märchenland – Die Gebrüder Grimm in Israel“.

Jüdische Barockkomponisten wurden am 23. September abends in einem Konzert in der Synagoge vorgestellt.

Ebenfalls in der Synagoge sprach Prof. Karl-Erich Grözinger (Potsdam) am 27. September um 20 Uhr über die Wundergeschichten von Juspa Schammes.

Am 28. September um 20 Uhr lud die Kasinogesellschaft zu einem Konzert mit Christian Schmitt und Ensemble in den Blauen Saal (Schloss Herrnsheim) ein, bei dem eine bisher unbearbeitete Cellosonate von Friedrich Gernsheim vorgestellt wurde.

Hier die einzelnen Veranstaltungen im Detail:

 
 
 
 

Das Programm 2012:

Kunstwerke des holländischen Künstlers Johan Breuker 
Kunstwerke des holländischen Künstlers Johan Breuker

Donnerstag, 30. August | 19 Uhr | Synagoge, Hintere Judengasse, Worms

Eröffnung der Jüdischen Kulturtage und Eröffnung der Ausstellung »Heiliger Sand – Lichtblicke« (bis 30. September 2012)

  • Öffnungszeiten der Ausstellung: täglich von 10 bis 12.30 und von 13.30 bis 17 Uhr
  • Eintritt frei

Die Galerie Hecker aus Worms zeigt Kunstwerke des holländischen Künstlers Johan Breuker mit Motiven vom Heiligen Sand, dem alten jüdischen Friedhof zu Worms. Außerdem wird eine Kunstmappe mit zehn originalen Farb-Siebdrucken des Künstlers sowie eine Broschüre »Heiliger Sand – Ältester jüdischer Friedhof Europas« mit Schwarz-Weiß-Abbildungen von seinen Zeichnungen angeboten. Autorin des Textes in beiden Ausgaben ist die Wormser Journalistin Ulrike Schäfer.

Neben bibliophilen Ausgaben konzentrierte Breuker sich in den letzten Jahren ausschließlich auf Zeichnungen und grafische Arbeiten von seinen Lieblingsthemen Landschaften, Gärten, Friedhöfe. Besonders der Jüdische Friedhof zu Worms war für ihn ein fruchtbarer Quell der Inspiration, aus dem viele wunderbare Werke entstanden sind. Johan Breuker, 1942 in Amsterdam geboren, lebt und arbeitet in Haarlem / Niederlande. Nach dem Kunststudium an der Gerrit-Rietveld-Akademie Amsterdam lehrte er als Dozent an der Hochschule für Künste in Utrecht. Werke von ihm wurden schon mehrmals in der Galerie Hecker in Worms präsentiert.

Die Eröffnung wird musikalisch begleitet von Julia Panzer (Violoncello) und Dorlis Panzer (E-Piano).

 
 
 
 
Szene aus dem Film "Kaddisch für einen Freund" (Foto: SiMa Film) 
Szene aus dem Film "Kaddisch für einen Freund" (Foto: SiMa Film)

Donnerstag, 6. September | 20 Uhr | KW-Kinowelt, Wilhelm-Leuschner-Straße 20, Worms

»Kaddisch für einen Freund«

Film von Leo Khasin (2012)

  • Eintritt: 5 Euro

Aufgewachsen in einem palästinensischen Flüchtlingslager hat der vierzehnjährige Ali Messalam (Neil Belakhdar) von klein auf gelernt, »die Juden« zu hassen. Nach der gemeinsamen Flucht mit seiner Familie aus dem Libanon gelangt er schließlich nach Berlin-Kreuzberg. Hier sucht Ali Anschluss bei den arabischen Jugendlichen im Kiez. Doch dafür muss er erst beweisen, was er drauf hat. Er soll als Mutprobe in die Wohnung seines jüdisch-russischen Nachbarn Alexander (Ryszard Ronczewski) einbrechen.

Die Jugendlichen folgen Ali und verwüsten im Exzess die Wohnung des alten Mannes. Doch nur Ali wird von dem vorzeitig zurückkehrenden Alexander erkannt und bei der Polizei angezeigt. Um einer Verurteilung und der damit verbundenen Abschiebung zu entgehen, bleibt ihm nur eine einzige Chance : Ali muss sich dem verhassten Feind annähern und ihn um Unter­stützung bitten.

Leo Khasin ist ein deutscher Regisseur. Er lebt nach einem Studium der Zahnmedizin in Berlin. Khasin stammt aus einer osteuropäischen jüdischen Familie und ist in Waltrop (Kreis Recklinghausen) aufgewachsen. Sein Kurzfilm Durst (2003) wurde für den Deutschen Kurzfilmpreis nominiert. Kickback (Kurzfilm) lief 2005 auf der Berlinale.

 
 
 
 
Raschi-Stuhl in der Wormser Synagoge 
Raschi-Stuhl in der Wormser Synagoge

Sonntag, 9. September | 11 Uhr | Synagogengarten, Treffpunkt: Synagoge, Hintere Judengasse, Worms

Das Erbe von SchUM – Begegnung mit Raschi an historischen Stätten in Worms

Eine Führung mit Rabbiner Julian-Chaim Soussan und Stella Schindler-Siegreich

  • Führung kostenfrei
 
 
 
 
Georg Siegl 
Georg Siegl

Sonntag, 9. September | 20 Uhr | LincolnTheater, Obermarkt 10, Worms

Kramer und Cohen

  • Karten zu 10 Euro (ermäßigt 8 Euro) unter Telefon (0 62 41) 2 75 08 (Graser) oder (0 62 41) 4 30 09 (Bentrup) und an der Abendkasse

Der Wiener Georg Siegl, seit 1981 als Singer-Songwriter und Autor unterwegs, präsentiert das Beste aus seinen beiden Programmen »Theodor Kramer, Beim Stromwirt – Lieder nach seinen Texten« und »Leonard Cohen, Wiar a Schwoem unta Geia«.

Theodor Kramer (1897–1958) war ein öster­reichischer Lyriker. Nach dem »Anschluss« Österreichs wurde Kramer als Jude und Sozial­demokrat ein Arbeits- und Berufsverbot auferlegt, seine Schriften kamen auf den Index. 1939 gelang ihm und seiner Frau Inge (Rosa) Halberstamm die Emigration nach London. Kramer schrieb rund 12.000 Gedichte und wurde im ganzen deutschen Sprachraum bekannt. Sein Werk geriet nach dem Krieg in Vergessenheit. Seine liedhafte, aber unromantische Lyrik schöpft Kraft und Poesie aus einem sinnlich erfassten Milieu der Außenseiter.

Den 1934 in Montreal geborene Singer-Songwriter und Dichter Leonhard Cohen hat Siegl ins Wienerische nachgedichtet, hier ein Beispiel: »Lass uns tanzn wia die Derwisch, lass uns tanzn voll a Freid / lass uns tanzn um die Feia unsrer oetn Eitelkeit / lass uns tanzn auf’m Kirtag unsrer Zeit die uns no bleibt / tanz mit mir bis ans End da Zeit !«

 
 
 
 
"Märchenland – Die Gebrüder Grimm in Israel" und "Erinnerungen an Kupfercreme" 
"Märchenland – Die Gebrüder Grimm in Israel" und "Erinnerungen an Kupfercreme"

Donnerstag, 13. September | 20 Uhr | Spinnstube der VHS (Textilwerkstatt im Haus zur Sonne), Synagogenplatz 2, Worms

Gedichtete Möglichkeiten – Gezeichnete Welten

»Märchenland – Die Gebrüder Grimm in Israel« und »Erinnerungen an Kupfercreme« – eine Lesung des Verlagshauses J. Frank (Berlin) und des Fix­poetry Verlags (Hamburg) mit Johannes CS Frank.

  • Veranstalter: Stadt Worms, Jüdische Gemeinde Mainz / Worms, Warmaisa
  • Eintritt frei 
  • Anmeldung unter (0 62 41) 8 53 - 10 53 oder sabine.neubecker@worms.de erforderlich

Über »Märchenland«: Die beteiligten Autoren setzten sich mit den Märchen der Gebrüder Grimm auseinander, brachten ihre prosaische Form auf eine lyrische Ebene und begaben sich in die mitunter ambivalenten Bereiche des kulturellen Gedächtnisses in Deutschland und Israel. Die Gedichte der deutschen und israelischen Autoren wurden von den Illustrationen junger israelischer Künstler der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem künstlerisch kommentiert.

Die Sammlung zeigt nicht zuletzt, dass den Themen der Märchen Urbilder zugrunde liegen, die – ganz ohne überbordende Interpretationsversuche – auch den heutigen Alltag in Israel und Deutschland zu spiegeln imstande sind.

Über »Erinnerungen an Kupfercreme«: Johannes CS Frank und Felix Scheinberger setzen sich in Text und Illustration mit Phantasmen, Widersprüchen und verlorenen Spuren in der deutsch-jüdischen Geschichte, mit religiösen Erlebenswelten, mit dem Lebensalltag in Israel und mit dem Klang der hebräischen Sprache auseinander.

 
 
 
 
Sopralaria 
Sopralaria

Sonntag, 23. September | 18 Uhr | Synagoge, Hintere Judengasse, Worms

Ensemble Sopralaria: Musik jüdischer Komponisten

  • Karten zu 10 Euro (ermäßigt 8 Euro) unter Telefon (0 62 41) 2 75 08 (Graser) oder (0 62 41) 4 30 09 (Bentrup) und an der Abendkasse

Das Ensemble »Sopralaria« hat es sich zur Aufgabe gemacht, selten gehörte Werke darzubieten – in diesem Programm Werke jüdischer Komponisten des 16. bis 18. Jahrhunderts. Seinerzeit mussten viele Komponisten ihre Religion aufgeben oder sogar konvertieren, um ihr Leben fristen zu können. Die Kompositionen reichen von gefälliger Instrumentalmusik zu wunderschönen Arien. Es sind Liebeslieder zu hören, aber auch zwei Arien aus dem Oratorium Ester, einer Auftragsarbeit Giuseppe Lidartis für den synagogalen Gebrauch.

Christiane Schmidt, Sängerin, Chorleiterin und Gesangspädagogin, studierte in Saarbrücken Blockflöte und Gesang. Sabine Kreutzberger, die in vielen Besetzungen und Ensembles spielt, studierte Viola da gamba bei Pere Ros in Karlsruhe und bei Wieland Kuijken in Den Haag. Véronique Simons-Less studierte an der Musikhochschule Heidelberg-Mannheim klassische Gitarre und Viola da gamba. Außerdem schloss sie 2001 als Stipendiatin das Yivo-Programm für Jiddische Sprache und Literatur in New York ab. Wilu Mann studierte Viola da gamba in Saarbrücken im Rahmen des »Studios für Alte Musik«. Ihre Lehrer waren Christoph Coin und Rolf Domisch. Es folgten Studien bei José Vazques (Wien) und Pere Ros (Karlsruhe), bevor sie ins Lehramt wechselte.

 
 
 
 
Mystik und Legenden 
Mystik und Legenden

Donnerstag, 27. September | 20 Uhr | Synagoge, Hintere Judengasse, Worms

Mystik und Legenden aus dem jüdischen Worms

mit Prof. Karl Erich Grözinger (Potsdam)

  • Eintritt frei

Es sind nicht nur die Heldensagen oder das Nibelungenlied, die uns aus alten Zeiten überliefert werden. Mit den Mythen und Mären aus Warmaisa, das tausend Jahre lang zu den bedeutendsten jüdischen Gemeinden zählte, besitzt Worms einen ihrer schönsten literarischen Schätze. Es ist vor allen das jiddische Legendenbüchlein Ma’aseh nissim (Wundergeschichten) des Wormser Synagogendieners Juspa Schammes aus dem 17. Jahrhundert, aber auch das Majsebuch und weitere verstreute Erzählungen, die das Leben der Wormser Juden schildern, die Gründung der Stadt, die Widerfahrnisse und Wundertaten der großen Männer, wie El’asar von Worms, der zusammen mit Jehuda Chasid aus Mainz der wichtigste mystische Lehrer des aschkenasischen Judentums war. Mit ihren Legenden sahen sich die Wormser Juden als Mitbegründer der Stadt, als geistiges Zentrum des europäischen Judentums, aber auch als von den christlichen Mitbewohnern verfolgte Minderheit.

Von Prof. Dr. K. E. Grözinger, Emeritus für Religionswissenschaft und Jüdische Studien an der Universität Potsdam, stammen zahlreiche Publikationen zur Jüdischen Literatur- und Religions­geschichte von der Antike bis zur Gegenwart, zuletzt: Jüdisches Denken, Theologie, Philosophie, Mystik (3 Bände) und Der Ba’al Schem von Michelstadt. Ein deutsch-jüdisches Heiligenleben.

 
 
 
 
Friedrich Gernsheim 
Friedrich Gernsheim

Freitag, 28. September | 20 Uhr | Schloss Herrnsheim, Blauer Saal, Herrnsheimer Hauptstraße, Worms

Trio Circolo : Musik von Friedrich Gernsheim

  • Veranstalter: Vereinigte Kasino- und Musikgesellschaft
  • Karten zu 17 Euro (Mitglieder 15 Euro) bei Hans-Dieter Elbert, Telefon (0 62 41) 5 77 86 oder vaddaelbert@gmx.de und an der Abendkasse

Im Zentrum dieses Kammermusikabends steht die Uraufführung eines Spätwerkes des in Worms geborenen Komponisten: 1914 – nur zwei Jahre vor seinem Tod – komponierte Gernsheim die Sonate Nr. 2 e-Moll für Cello und Klavier, nachdem er Jahrzehnte zuvor seine erste Cellosonate herausgebracht hatte. Diese zweite Sonate ist ein sehr farbiges, spätromantisch orientiertes Werk, dessen Drucklegung er allerdings nicht mehr besorgen konnte. Vorlage für die in diesem Jahr von Christian Schmitt herausgegebene und von der Kasino­gesellschaft finanzierte Erstedition war eine von der Berliner Akademie der Künste zur Verfügung gestellte Kopie des Originalmanuskripts.

Nach 98 Jahren erklingt dieses schöne, reife Werk nun zum ersten Mal. Allen Liebhabern romantischer Musik (Gernsheim fühlte sich der Tonsprache von Mendelssohn und Brahms besonders verbunden) sei dieses Konzert wärmstens ans Herz gelegt.

Das Trio Circolo (Olga Nodel, Violine / Katharina Schmitt, Violoncello / Christian Schmitt, Klavier) spielt außerdem die Sonate Nr. 2 C-Dur für Violine und Klavier sowie das Trio Nr. 1 F-Dur für Klavier, Violine und Violoncello.

 
 
 

Veranstalter der Jüdischen Kulturtage

Stadt Worms in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Mainz / Worms und Warmaisa e. V.

Informationen erteilt die Kulturkoordination der Stadt Worms
Kulturkoordinator Volker Gallé
Marktplatz 2
67547 Worms

oder im Internet unter

www.warmaisa.de